Was kostet eine Webseite?

Bei der Suche nach einem Anbieter für die Entwicklung einer Webseite stösst man auf verschiedenste Aussagen zu angemessenen Preisen.

«GRATIS!» «Nur 150.– im Monat» «Ungefähr 500.–» «Je nach Aufwand zwischen 5.000.– und 12.000.–» «So um die 10.000.– bis 30.000.–» «Ab 50.000.–»

Das Angebotsspektrum für die Entwicklung ist so umfangreich, wie es Anbieter und verschiedene Herangehensweisen gibt. Die Hintergründe für die Preisgestaltung sind für Aussenstehende meist nur schwer nachzuvollziehen. Deshalb hier ein Versuch, einen Teil des versteckten Aufwandes im Hintergrund aufzuzeigen.

Zeit ist Geld

Wie bei praktisch jeder Dienstleistung hängen auch bei einer Webseite die Kosten von Aufwand und Zeiteinsatz ab. Von „Gratis“ bis „Nach oben offen“ ist alles möglich.

Grundsätzlich gilt

  • Je direkter eine bestehende Vorlage 1:1 übernommen, vom Kunden selber zusammengeklickt und bearbeitet werden kann, desto günstiger wird die Webseite.
  • Je individueller der Webauftritt pixelgenau auf die Wünsche eines Kunden abgestimmt werden soll, desto mehr Zeit, externe Manpower und Fachwissen muss investiert werden. Entsprechend höher fällt der Preis aus.

So individuell wie nötig, so günstig wie möglich

Als guter Mittelweg zwischen kompletter Eigenleistung des Kunden und Komplett-Dienstleistung einer Agentur bietet sich bei kleineren Webprojekten die Entwicklung auf Basis eines freien Content Management Systems (CMS, mehr dazu gleich) an.

An welcher Stelle dabei Kosten entstehen (können), möchte ich im Folgenden zum besseren Verständnis kurz erläutern. Dabei soll es in erster Linie um extern anfallende Kosten, technischen Mehraufwand und um auf den ersten Blick nicht ersichtliche Leistungen gehen. Aufwand, der einem als Aussenstehendem normalerweise verborgen bleiben, jedoch als Gradmesser für die Qualität einer Dienstleistung dienen kann.

Ein professioneller Entwickler wird die folgenden Themen zumindest kennen, allenfalls mit Ihnen besprechen und wo nötig für Sie umsetzen.

Vorbereitung

Bevor wir mit dem Entwickeln einer Webseite beginnen, sollten einige allgemeine Fragen in Angriff genommen werden.

Domain-Name

Damit eine Webseite im www erreichbar ist, benötigt Sie eine eindeutige Adresse (bei mir z.B. thinkpunk.ch). Diese kann ein Webentwickler mit wenigen Klicks bei einem Registrar auf Ihren Namen registrieren. (Im besten Fall lassen Sie alles auf Ihren Namen registrieren, um die volle Unabhängigkeit zu behalten. Und zur Sicherheit bei einem in Ihrem Land ansässigen Registrar.)

Die Registrierung kostet im Regelfall nichts, es fallen aber jährliche Kosten an. Diese bewegen sich für eine .ch-Adresse je nach Anbieter um die CHF 12.–. Andere Endungen können auch teurer sein (.eu z.B. um die CHF 25.–, .swiss um die CHF 120.– pro Jahr). Diese Kosten fallen jährlich an und sind normalerweise nicht Teil einer offerierten Webseite.

Bedenken Sie im Vorfeld auch, dass es nicht ganz einfach ist, einen aussagekräftigen – nicht registrierten – Namen für Ihren Webauftritt zu finden. Viele Webdesigner (und selbstverständlich Texter) bieten Ihnen bei Bedarf auch dabei Hilfe an, wodurch weitere Kosten anfallen können. Rechnen Sie für eine wirklich gute und einprägsame Kombination einige Stunden Arbeit ein. Bis zu acht Stunden für 2-3 konkrete Vorschläge halte ich persönlich für vertretbar, schliesslich ist Ihr Name der Zugang und oft erster Kontaktpunkt zu Ihrer Webseite.

Sollten Sie schon über eine Webseite verfügen, die Sie überarbeiten oder neu entwickeln lassen, kann es sinnvoll sein, Ihren bestehenden Domain-Namen zum neuen Anbieter zu transferieren, damit alles was mit Ihrer Webseite zu tun hat von einem einzelnen Benutzer-Konto aus bearbeitet werden kann. Auch das ist im Normalfall mit wenigen Klicks und kostet entsprechend wenig bis nichts. Ihr neuer Webdienstleister holt sich bei Ihrem alten Anbieter einen Transfercode, gibt diesen beim neuen ein: Fertig.

Je nach bisherigem Anbieter kann es allerdings in Ausnahmefällen auch mal etwas aufwändiger werden. Je nach Philosophie kann durchaus ein Mehraufwand von mehreren Stunden für Mail- und Telefonverkehr mit dem Support des alten Anbieters entstehen. Da kann auch mal ein zusätzliches Guetsli angebracht sein.

Web-Hoster | Web-Server | Web-Space

Damit die Eingabe Ihres sorgsam ausgewählten Domain-Namens im Browser eines Besuchers zu Ihrer Webseite führen kann, muss diese vorher bei einem Web-Hoster auf einen Web-Server abgelegt worden sein. Dies übernimmt Ihr Webentwickler für Sie, wenn er Ihre Seite aufbaut. Oft hat er schon einen verlässlichen Hoster im Auge, den er Ihnen vorschlägt. Es sollte aber auch kein Problem sein, einen anderen Web-Hoster auszuwählen.

Für den benötigten Web-Space fallen beim gewählten Web-Hoster kosten an, die je nach Anbieter und gewählten Paket schon ab CHF 10.– pro Monat erhältlich sind und normalerweise ebenfalls nicht zum Umfang der offerierten Webseite gehört.

Mail

Bei den meisten Web-Hostern gehört zum oben beschriebenen Paket für die Webseite auch Speicherplatz für Ihre Mails. Oft lassen sich ohne zusätzliche Kosten gleich mehrere verschiedene Mail-Adressen mit dem eigenen Domain-Namen einrichten und betreiben. Auch hier gilt: Wenn möglich alles zu einem Anbieter, was aber im Fall einer schon benützten Adresse relativ aufwändig werden kann. Am besten fragen Sie da einfach Ihren Entwickler/Berater.

Umsetzung

Nach Beratung, Konzeption und Abnahme von Struktur und Design (mehr dazu in meinem Artikel «Die Rolle des Texters beim Webdesign») geht es an die konkrete Umsetzung der erarbeiteten Webseite.

Content Management System (CMS)

Um die Kosten möglichst tief zu halten ohne Qualität, Stabilität und Sicherheit einer Webseite zu vernachlässigen, greifen viele Webdesigner auf bewährte Content Management Systeme (CMS) zurück. Ein CMS ist eine Grundlage für den Aufbau einer Webseite und erlaubt dem Webdesigner den relativ einfachen Aufbau einer Webseite mittels diverser Module.

Beliebte Open-Source CMS sind beispielsweise WordPress, Drupal, TYPO3, oder Contao. Jedes kostenlos zu verwenden. Und jedes mit spezifischen Vor- und Nachteilen. Welches davon für ein konkretes Projekt eingesetz wird, hängt jedoch meist auch von den Vorlieben des jeweiligen Entwicklers ab. Ich verwende am liebsten WordPress, überlasse es aber dem jeweiligen Entwickler, wenn er sich für ein anderes ausspricht.

Themes

Ist WordPress auf dem Server installiert, geht es nach einer kurzen Anpassung grundlegender Voreinstellungen direkt zum Einrichten des eigentlichen Designs. Dafür stehen dem Entwickler tausende von Themes zum freien Download zur Verfügung. Die meisten gratis.

Die Themes bestimmen, wie eine Seite grundsätzlich aussehen kann. Individuelles Bild im Header? Besser doch nur Text? Farbverläufe? Wo steht das oder stehen die Menüs? Eine, zwei, drei oder doch vier Spalten? Parallax-Effekte möglich? Seitenleisten? Wenn ja, links oder rechts? Individuelles Logo möglich? Hintergrund und Farben anpassbar..? Man wählt einfach ein möglichst mit den Vorgaben aus der Konzeptphase übereinstimmendes Design aus und spart sich und dem Kunden viel Zeit.

Theoretisch.

Denn bei tausenden von Designs ähneln sich die einzelnen Themes optisch sehr. Auf den ersten Blick kommen unzählige Themes in Frage. Ob sie dann aber tatsächlich auch alle gewünschten Eigenschaften bieten, erkennt man oft erst nach der testweisen Installation. Von einem. Und noch einem. Und noch einem…

Das eine kann dies, aber das nicht. Das andere kann das, aber dies nicht, Wieder ein anderes kann dies und das, sieht aber billig aus… Entsprechend kann auch die Suche nach dem möglichst perfekten Theme viel Zeit verschlingen und ist vermutlich einer der am meisten unterschätze Aufwand und Kostenpunkt beim Arbeiten mit einem CMS.

Natürlich hat jeder erfahrene Entwickler auch seine Favoriten im Ärmel. Das heisst aber auch, dass der eigene Auftritt sich damit allenfalls zu wenig von den Webseiten anderer Kunden abheben wird.

Hier also wenn möglich nicht zu viel sparen.

Plugins

Das Individualisieren einer Webseite hat neben der unverwechselbaren Optik auch viel mit den Funktionen zu tun, die man dem Besucher der Seite anbieten will. Nicht jede Funktion die man sich vorstellen kann, hat WordPress schon an Bord. Und nicht jede, die man da findet, gefällt und tut genau das, was man von ihr erwarten würde.

Um die Funktionalität der Seite zu erweitern, gibt es entsprechend Erweiterungen: Plugins. Auch davon gibt es tausende. Für jede nur erdenkliche Funktion.

Kontaktformulare, Strassenkarten, Cookie-Warnung, Galerien, Kalender…

Der Aufwand liegt auch hier bei der Suche nach der geeignetsten Erweiterung und dem anschliessenden Test, ob das Plugin das leistet, was es gemäss Konzept leisten muss.

In diesem Fall kommt zeitfressend hinzu, dass man installierte Plugins meist erst noch im Hintergrund an die eigenen Wünsche anpassen muss.

Ein Kontaktformular kann zum Beispiel unzählige Felder anbieten. Die Empfängeradresse und die Form des Inhalts der versendeten Mail muss definiert werden. Und was passiert beispielsweise, wenn ein Feld nicht, oder falsch ausgefüllt wurde? Wie wird der Absender darauf aufmerksam gemacht? Wie lautet die konkrete Fehlermeldung usw? Voreingestellte Text entsprechen oft nicht dem eigenen Sprachgebrauch oder duzen den Besucher, was man bei der Antwort an einen Geschäftskunden eventuell nicht unbedingt möchte.

Und da wir gerade am Kontaktformular schrauben: Wie sieht es mit der Abwehr von Spambots aus?

Sie sehen, auch Plugins wollen eingerichtet und gepflegt sein. Praktisch alle. Drum auch hier: wenn möglich nicht zu viel Zeit sparen wollen.

Page Builder

Für WordPress gibt es inzwischen Themes wie Divi Builder oder Elementor, die es einem Webdesigner erlauben, die Webseite von Grund auf selber zu gestalten. Dadurch kann er freier arbeiten und ist weniger auf vorgefertigte Themes angewiesen. Wie viel Zeit sich dadurch gewinnen oder verlieren lässt, hängt vom Konzept und vor allem von der Erfahrung des Webdesigners ab.

Content

Jede Webseite braucht Inhalt. Im Bereich Text würde ich natürlich einen erfahrenen Webtexter hinzuziehen. Dieser kostet zwar auch nochmal etwas, lohnt sich aber, wenn man selber nicht wirklich Erfahrung im Schreiben von Webtexten mitbringt.

Ein weiterer Kostenpunkt, den man nicht unterschätzen sollte sind Bilder. Natürlich gibt es Seiten wie Pexels, die viele gute Fotos gratis zum Downloaden anbieten (die auch ich für die Bebilderung von eigenen Beiträgen gerne verwende) oder Seiten mit kostenpflichtigen Stockbildern.

Um aber die eigene Seite so individuell und persönlich wie möglich zu gestalten, empfiehlt es sich, möglichst eigenen Content zu verwenden. Nur schon um Ihr Team auf Porträt-Bildern einheitlich und vorteilhaft zu präsentieren.

Gute Fotografen gibt es auch schon halbtageweise zu erschwinglichen Preisen.

Suchmaschinenoptimierung SEO

Natürlich möchte man seine eigene Webseite bei Suchmaschinen möglichst oben auf der ersten Seite finden. Dafür gibt es separate Angebote, die allerdings schnell einmal mehrere tausend Franken für eine einmalige Anpassung kosten.

Mit kleinerem Budget ist es eher unwahrscheinlich, bei den wichtigsten Begriffen einer Branche auf Seite eins noch vor der starken Konkurrenz zu erscheinen. (Vorsicht, wenn das jemand für wenig Geld und Aufwand verspricht.) Dennoch sollte man die Optimierung der eigenen Seite für Suchmaschinen nicht vernachlässigen.

Natürlich kostet der Text nach SEO-Kriterien mehr, als wenn man einfach und günstig alte Texte aus der Broschüre in die Webseite abfüllt. Das kann sich aber auszahlen.

Die geschickte Platzierung der richtigen Worte an der richtigen Stelle hilft der Suchmaschine beim Verstehen der Inhalte und deren gezieltem Anzeigen auf eine entsprechende Suchanfrage.

Zudem sorgt die für Menschen unsichtbare Seiten-Beschreibung dafür, dass im Suchresultat der Suchmaschine unter der eigenen Seite nichts kryptisches angezeigt wird, weil die Suchmaschine mangels angelegter Description einfach irgendeinen Satz nimmt, den sie auf der Webseite beim Indizieren fand und für relevant hielt.

Entsprechend auch hier nicht zu viel sparen, auch wenn man den Inhalt „nur“ auf der Seite der Suchmaschine findet.

Fazit

Wie viel eine Webseite kostet, kann wie eingangs erwähnt sehr variieren. Achten Sie bei der Offerte einfach darauf, was alles zu einem Angebot gehört.

Versteht der Entwickler die oben stehenden Ausführungen, sind Sie schon auf einer ziemlich sicheren Seite, dass das Angebot günstig und nicht auch billig ist.

Beratung für Ihren Webauftritt

Seit ich meine Text-Dienstleistungen auch im Web-Bereich anbiete, nimmt die Bedeutung der entsprechenden Beratung kleinerer Firmen in meinem Alltag einen immer grösseren Umfang an.

Viele Anfragen in fortgeschrittenem Projekt-Stadium zeigen, dass die grundlegende Beratung dem knapp bemessenen Budget geopfert wurde. Mit entsprechenden Konsequenzen für den Nutzen der neuen Webseite.

Beratung ist nicht jedermanns Sache

Wie wichtig eine fundierte Beratung ist, wissen die meisten Web-Profis. Viele fühlen sich aber unwohl, wenn sie über ihr explizites Fachwissen hinaus den Gesamtüberblick präsentieren sollen. Erst recht, wenn Sie dafür auch im Namen der anderen beteiligten Fachleute sprechen sollten.

Aus diesem Grund biete ich neben der Beratung für meine eigenen Projekte neu auch umfassende Beratung für externe Web-Projekte an.

Ein Angebot für Ihr Projekt

Gerne übernehme ich diese wichtige Aufgabe und unterstütze Sie

  • als Kunde, der einen ersten Überblick für sein Webprojekt mit externen Dienstleistern wünscht.
  • als Kunde, der seinen Webauftritt komplett oder in Teilen von mir und meinen Partnern umsetzen lassen möchte.
  • als selbständige Webdesigner, Entwickler, Programmierer, Screendesigner oder Grafiker, die Beratung eines Kunden bei dessen Projekt benötigen.

Beratend bei den ersten wichtigen Schritten. Ohne grossen Mehraufwand. Ohne Schweissausbrüche. Und ohne das Budget zu verdoppeln.

In welcher Form dies geschehen kann, können wir jederzeit bei einem ersten persönlichen Gespräch erörtern. Ich freue mich auf Ihre unverbindliche Anfrage.

Eine neue Webseite für die Glasmalerei Christen

Ein spannendes, traditionelles Kunsthandwerk ohne überbordende Schnörkel in Szene gesetzt.

Die Glasmalerei Christen in Wallisellen tritt ab sofort mit einer neuen Webseite auf. Mit einer klaren, übersichtlichen Struktur, einigen ausgewählten aussagekräftigen Bildern und viel Weissraum zur Auflockerung der Informationen.

glas-art.ch

Leistung: Beratung und Konzeption | Design | Text | Technische Umsetzung

Webrelaunch Ehrler Immobilien

Ehrler-Immobilien – der Anbieter für hochwertiges Wohneigentum in Zürich und Umgebung. Von Machbarkeitsstudie bis Schlüsselübergabe alles aus einer Hand.

Ab sofort mit einer neuen Webseite, die dem persönlichen, unkomplizierten Angebot von Roger Ehrler gerecht wird. Schnell verständlich. Wichtigste Informationen einfach auffindbar. Mit grosszügigem Bildanteil.

ehrler-immobilien.ch

Leistung: Beratung Design und Text | Konzeption | Text

Development | Kai Lehmann
Fotografie | Vince Hehlen

Sparringspartner für Senioren

Eine neue Jahr. Ein neues Projekt | plan.cafe

Nach der Pensionierung ist vor der Zukunft.

Endlich Zeit für neue, spannende Projekte. Doch wo beginnen? Womit? Und wie? Heutzutage steht manch ein frisch Pensionierter vor der Frage, was er mit seiner Zeit noch so alles Sinnvolles anstellen könnte.

Viel Lebens- und Berufserfahrung wäre vorhanden. Man ist voller Tatendrang …

…aber leider bisher ohne zündende Idee.
…oder voller Ideen, aber ohne konkreten Plan.
…oder voller Ideen und Pläne, aber ohne klare Strategie.

Manchmal fehlt nur der Blick von aussen, um die Gedanken mit frischem Wind zu beleben und zu neuen Ideen anzuregen. Ein einfaches Gespräch kann schon zu neuen Einsichten und zu einem neuen Flow der Ideen führen.

Sollten auch Sie einer dieser Senioren sein, melden Sie sich einfach bei mir und nutzen Sie mein Sparrings-Angebot für Senioren und Rentner vor oder mitten im dritten Lebensabschnitt.

Weitere Informationen über das Projekt plan.cafe finden Sie unter plan.cafe

Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme.

Text braucht Zeit (ist Geld)

Wie viel Zeit darf/sollte man für das Schreiben eines Textes aufwenden? Eine Frage, die mich seit bald zwanzig Jahren bei jedem Projekt begleitet.

Der einfache Teil der Antwort*: Hängt vom Budget ab. Ein anderer, für mich als Texter mindestens ebenso wichtiger, lässt sich am besten anhand einer kleinen Aufgabe vorführen:

Beschreiben Sie uns Ihr Büro mit Ihren eigenen Worten so, dass wir es uns möglichst in allen Details bildlich vorstellen können. Mit dem Ziel, dass wir Sie dort unbedingt mal besuchen wollen.

Sammeln Sie alle wichtigen Informationen

Wie gross ist Ihr Büro? Wie hoch? Wie lang? Wie breit? Wie viele Personen sitzen mit Ihnen im Raum? Wo? In welcher Funktion? Gibt es Fenster? Wie viele? Wie gross? Frisch geputzt, oder leicht verschmutzt? Mit Vorhang? Gar mit Gardine? Rolladen? Welcher Ausblick? Wie viele Türen gibt es? Wo führen sie hin? Parkett oder Teppich? In welcher Farbe? Noch neuwertig, oder erzählt er schon einige Geschichten? Wie gross ist Ihr Schreibtisch? Aus welchem Material? Was steht alles drauf? Warum? (Sie sind noch bei mir? Sehr schön. So weit lesen nicht alle. Es geht aber noch weiter.) Wie sieht Ihr Stuhl aus? Farbe? Form? Woher haben Sie ihn. Warum wählten Sie genau diesen Stuhl? Welche Lampen beleuchten Ihren Arbeitsplatz? Stehlampen? Deckenlampen? Tischlampen? Von welchem Hersteller? Welches Design? Neonröhren, Glühlampen, Sparlampen, LED? Gibt es Pflanzen? Welche? Wer brachte sie mit? Wem gehören sie? Wer pflegt sie? …

Ich bin sicher, Sie können ohne weiteres binnen kürzester Zeit mehrere Seiten mit einer detaillierten Beschreibung Ihres Büros füllen, so dass wir Leser ein ziemlich gutes Gefühl für die Atmosphäre bekommen.

Aber bedenken Sie:

Geschriebener Text kostet Zeit. Entweder den Schreiber oder den Leser.

Die Zeit, die wir mit dem ungefilterten, unstrukturierten, wuchernden Zusammentragen unzähliger Daten gespart haben, muss nun unser Leser aufwenden, um alle für ihn relevanten Informationen aus unserem Monolog herauszufiltern.

Diese Arbeit wollen (und sollten) wir nicht dem Leser – und möglichem Kunden – aufbürden. Das ist nicht sehr nett und hinterlässt beim Lesenden kein gutes Bild von uns als Urhebern des Textes.

Kürzen wir also in einem nächsten Schritt unsere Beschreibung. Sagen wir auf eine halbe A4-Seite in Schriftgrösse 12.

Lassen Sie Unwichtiges weg

Wir können zum Beispiel zunächst einfach die vermutlich reichlich vorhandenen Adjektive streichen. Aber Vorsicht, dass dabei nicht gleich alle Eigenschaften verloren gehen.

Fertig? Sehr gut. Ich vermute aber, dass das noch nicht reicht. Lassen wir also in einem nächsten Schritt alle Informationen weg, deren Auslassung das Gesamtbild nicht allzu sehr verändern. (Ja, eine schwierige Aufgabe. Lassen Sie sich ruhig Zeit.) Überlegen Sie, welche Informationen Ihre Leser (und falls Webtext, Suchmaschinen) für ein vollständiges Bild unbedingt erhalten müssen.

Nehmen Sie wichtiges Weggelassenes wieder auf

Lesen Sie Ihren Text hin und wieder komplett durch. Sollten nach dem letzten Schritt plötzlich wichtige Informationen für das Gesamtbild fehlen, nehmen Sie entfernte Worte und Sätze die Sie vermissen unbedingt wieder in Ihre Sammlung auf. Lassen Sie weg und fügen Sie hinzu, bis Sie die gewünschte halbe A4-Seite erreicht haben (Ohne auf Schriftgrösse 8 Punkt auszuweichen).

Vermutlich haben wir jetzt eine ganz ansehnliche Liste wichtiger Begriffe zusammen. Und ebenso vermutlich haben wir durch das ganze Wegstreichen und Hinzufügen etwas den roten Faden verloren. Vielleicht besteht unser Text jetzt sogar nur noch aus Satzfragmenten und Stichworten. Das sollten wir ändern, bevor wir unseren Text in die Welt entlassen.

Lassen Sie die Sätze fliessen

Damit auch unsere gekürzte Beschreibung flüssig und ohne längeres Nachdenken verstanden werden kann, sollten wir aus unseren Teilsätzen wieder ganze Sätze bilden, die sich aufeinander beziehen. Eine Beschreibung mit einem Anfang, einer Mitte und einem Ende. Es kann auch nichts schaden, wenn wir den Leser einbeziehen und ihn durch unser Büro begleiten.

Wir können ihm zum Beispiel beschreiben, dass er vom Eingang aus direkt vor sich in der linken Raumecke den blauen Stehtisch von Entwickler Max Muster sieht. Gleich dahinter sitzt Texterin Miriam Muster (nicht verwandt) vor Ihrem Laptop der Marke A an ihrem roten Tisch. Durch das Zusammenführen solcher Informationen entsteht ein kompakterer Text und ein dichteres Bild des Raumes. Und wir sparen damit Zeichen.

Da ganze Sätze normalerweise etwas mehr Platz als Stichworte benötigen werden wir unsere 1/2 A4-Vorgabe inzwischen trotzdem wieder gesprengt haben.

Finden Sie bildliche Umschreibungen

Um die Textmenge noch einmal etwas zu reduzieren, können wir uns auch fragen, ob wir wirklich die fünf Decken-, sieben Tisch- und zwei Stehlampen explizit erwähnen müssen. Vielleicht reicht es ja, wenn wir den Raum als lichtdurchflutet beschreiben.

Den Stil von Möbeln können wir gegebenenfalls auch mit dem Stil eines bestimmten Möbelhauses (oder einer Epoche) in Verbindung bringen, ohne jedes Detail benennen zu müssen und trotzdem ein passendes Bild zu vermitteln. Je nach Fokus und gewünschter Aussage.

Fassen Sie zusammen

Sollte der Text jetzt immer noch zu lang sein, ersetzen Sie wo möglich „und“ durch Komma. Verschmelzen Sie kurze Sätze mit ähnlichem Inhalt. (Er sitz an diesem Arbeitsplatz da vorne. Sie sitzt am anderen Arbeitsplatz dort hinten. > Sie sitzt am Tisch hinter seinem.) Fassen Sie Gruppen wie Decken-, Tisch-, Stehlampe zusammen, sofern die Begriffe für Suchmaschinen nicht allzu sehr relevant sind.

Lesen Sie Ihren Text noch einmal durch

Haben Sie nach all diesen Schritten die Zeichenzahl unter die angestrebte halbe A4-Seite gedrückt und sind trotzdem der Meinung, dass jetzt eigentlich alles perfekt beschrieben sein müsste, machen Sie eine etwas längere Pause (oder schlafen Sie eine Nacht drüber) und lesen Sie Ihre Beschreibung danach mit frischem Kopf noch einmal konzentriert durch. Manchmal hilft es auch, den Text auszudrucken und gemütlich auf einem Sofa vom Papier zu lesen.

Endspurt und Antwort

Vermutlich werden Sie noch einige Details ändern wollen. Ist danach dann jedes Wort am richtigen Ort und das entstandene Bild entspricht genau dem, was Sie beschreiben wollten, schauen Sie auf die Uhr.

So viel Zeit (minus Pause) sollte (nicht unbedingt darf) man in einen guten Text investieren.

Und ja, Sie werden beim erneuten Durchlesen trotzdem noch den einen oder anderen Verbesserungsvorschlag finden.

* Die kurze Antwort: Ein guter Text orientiert sich am Leser, am Medium – und natürlich am Budget. Er beinhaltet alle wichtigen Informationen und lässt alles Unnötige weg. Er vermittelt neben der reinen Beschreibung auch ein Gefühl für das zu Beschreibende. Je mehr man als Leser ein Genau-so-muss-das-gesagt-werden-Gefühl hat, dieses sowas-kann-man-nur-ganz-genau-so-und-nicht-anders-ausdrücken, desto mehr Zeit hat es dafür gebraucht.

Die Rolle des Texters beim Webdesign

Immer wieder erhalte ich als Texter Anfragen von Einzelfirmen oder KMU:

«Unsere neue Webseite ist fertiggestellt. Jetzt sollten wir noch Texte einfüllen. Können Sie das für uns machen?»

Oft zeigt sich schon nach einem kurzen Gespräch, dass die Textvorgaben nicht zu der Struktur der neuen Webseite passen. Die vorgesehenen Texte lassen sich nicht in die vorbereiteten Seiten abfüllen, Produkte oder Dienstleistungen nicht sinnvoll auf die vorgesehenen Seiten aufteilen. Konsequenz:

Zurück auf Start

Die Seitenstruktur muss noch einmal grundsätzlich überdacht werden. Beziehungsweise: sollte. Denn das Budget ist zu diesem Zeitpunkt allzu oft schon praktisch aufgebraucht.

Das ist schade und ärgerlich, zumal es in vielen Fällen ohne grösseren Aufwand vermeidbar wäre, wenn man vor Beginn des Projektes „Neuer Webauftritt“ die folgenden drei Punkte beachten würde.

Bei einer Webseite bedingen und ergänzen sich Text, Struktur und Design gegenseitig.

  • Der zu vermittelnde Inhalt bestimmt die Struktur der Seite.
  • Die Struktur bestimmt den Spielraum für das Design.
  • Das Design gibt den Raum und die Struktur für den Text vor.

Entsprechend empfiehlt es sich schon zu Projektbeginn alle an der geplanten Webseite Beteiligten zusammenzurufen, um unnötigen Mehraufwand und damit Mehrkosten zu vermeiden. Das klingt zunächst teurer, kommt im Endeffekt aber günstiger.

Zusammenarbeit. Eine mögliche Vorgehensweise.

Idealerweise setzen sich – nach meiner Erfahrung – ein Texter (Text/Inhalt), ein Screendesigner (Optik/Design) und ein Entwickler (Programmierung) ganz zu Beginn des Projektes zu einem ersten Termin zusammen. Hier definieren sie gemeinsam die weitere Vorgehensweise, verteilen die Aufgaben und planen die Etappen.

Inhalt

In einem ersten Schritt werden grundlegende Fragen wie „Wie viele Seiten brauchen wir? Welche Themen behandeln wir? Welche Inhalte gehören auf welche Seite?“ gemeinsam beantwortet. Erste mögliche Design-Ideen werden ausgetauscht und die Plattform für die Entwicklung definiert, um die Grenzen des Machbaren abzustecken.

Struktur

Erst nach der gemeinsamen Klärung der wichtigsten Eckpunkte übernimmt ein Team-Mitglied den Aufbau der Struktur der gesamten Webseite, sowie der einzelnen Seiten (braucht es Titel, Einleitung, Fliesstext, Bilder etc).

Vor dem ersten Strich Design. Und vor allem vor dem ersten Zeichen Code.

Der Texter, der sich vertieft mit den Inhalten beschäftigt, bietet sich dafür an. (Je nach Konstellation des Teams und Schwerpunkt der Webseite kann es aber auch Sinnvoll sein, wenn der Screendesigner oder der Entwickler den Lead übernehmen.)

Design (und Text)

Ist die Struktur klar, erarbeitet der Screendesigner auf dieser Basis (mit oder ohne Texter) die Grundlagen für die spätere Optik der Seite. Bei neu zusammengestellten Teams aus freischaffenden Fachleuten schaut sicherheitshalber auch der Entwickler zwischendurch auf die Designvorschläge, um die technische Umsetzbarkeit der Ideen seiner Partner schon in der Planungsphase zu gewährleisten. Und natürlich, um eigene technische Umsetzungsideen einzubringen.

Programmierung (und Design (und Text))

Sind Struktur und Design erarbeitet, kann auch der Entwickler loslegen. Während er die Vorgaben von Text und Design in Code umsetzt, arbeiten Text und Design parallel an der Fertigstellung der definitiven Text- und Bild-Inhalte. Je nach Phase einzeln, in verschiedenen Konstellationen zu zweit oder auch mal zu dritt, bis die Webseite in allen Bereichen für die Aufschaltung fertiggestellt ist.

Fazit (Die Rolle von Textern fürs Webdesign)

Die Aufgabe des Texters besteht nicht nur darin, vorgegebene Sätze etwas schöner zu formulieren, sondern vor allem darin, den Besuchern – dank einer durchdachten Struktur der Seite – die Inhalte möglichst bedien- und lesefreundlich anzubieten. Dies geschieht im besten Fall in fachübergreifender, enger Zusammenarbeit mit Entwickler und Grafiker/Screendesigner.

Sollten Sie dieses Problem einer fast fertigen Webseite aktuell aus eigener Erfahrung kennen, melden Sie sich am besten kurz bei mir. Wir finden bestimmt eine Lösung. Mit Ihrem aktuellen Webdesigner. Mit Grafikern und Entwicklern aus meinem Netzwerk. Oder mit meinem Entwickler-Partner bei teamKMU.digital.

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Song sucht Stimme

Es muss nicht immer Text sein.
Drum gibts hier wieder mal ein kleines Projekt:
Heute für Sängerinnen und Sänger.

SONG SUCHT STIMME
Und Text. Und Melodie.

Wir haben da mal was eingespielt.
Mit Gitarre, Bass und Drum.

Fehlt nur noch die Stimme.
Vielleicht deine?

WieWoWas erfährst du auf der Projektseite.
Wir freuen uns auf deinen Besuch.

Idee, Konzept, Text, Weihnachten

kw43comicnikolausEin weiteres Jahr voller spannender Begegnungen und Projekte neigt sich seinem Ende zu.

Ich hoffe, auch Sie hatten ein schönes, erfolgreiches Jahr und finden zum Jahresende Zeit für besinnliche Tage im Kreise Ihrer Liebsten. Mit Familie, Freunden, Guetsli, Kerzenschein und Liedern.

Ich wünsche Ihnen frohe Festtage

und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Und wer weiss. Vielleicht treffen wir uns im neuen Jahr.
Für ein Projekt. Oder einfach so auf einen Kafi.

Patrick E. Eyholzer